CALL FOR SOLIDARITY – Garment Workers’ Struggle in Bangladesh

For the past few months garment workers in various parts of Bangladesh took to the streets in their struggle for a proper increase in basic minimum wage. Up until December 2023 garment workers received a minimum wage of 8 000 BDT (73 USD) per month, which was set in 2018. Labour unions demand an increase to at least 23 000 BDT, the Garment Workers’ Trade Union Center (GWTUC) fights for a minimum wage of 25 000 BDT. On November 7th, following a week of intense strikes, blockades and street protests, the wage board announced an increase of the minimum wage to 12 500 BDT, effective from December 2023. Unions reject this decision and announced to continue the fight for a proper living wage. Workers – especially with families – are unable to survive with a monthly income of 12 500 BDT (113 USD) only.

Consequently the GWTUC calls on unions and fellow workers worldwide to support the fighting garment workers in their struggle. Confrontations inside the factories and on the streets are intense. Five workers already lost their lives, some of whom were shot dead by police.
Check out the call below or download the pdf.

Not only factory owners but also the brands sourcing from those factories are major profiteers of the workers’ sweat and labour. The products end up in stores worldwide. Therefore: Let’s globalise this fight, take it to the streets and confront the brands!
Note: Some brands released a statement directed at the president of Bangladesh asking for the conflict to be resolved as soon as possible. But statements are not enough. The retailers must ensure that the factories they source from pay a minimum wage of 25 000 BDT!


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Aufruf der GWTUC auf Deutsch

Im Folgenden findet ihr den Aufruf der GWTUC sowie den allgemeinen Flyer auf Deutsch.

Der Gewerkschaftsbund der Textilarbeiter*innen (Garment Workers’ Trade Union Centre, kurz: GWTUC) hat am 08. November einen Aufruf zur weltweiten Solidaritรคt mit den Streikenden verรถffentlicht. Im Folgenden eine รœbersetzung ins Deutsche.

Mindestlohn-Bewegung: 25.000 BDT (ca. 205 EUR) pro Monat:
Internationaler Aufruf zur sofortigen Solidaritรคt mit dem Kampf der Textilarbeiter*innen in Bangladesch

Das Garment Workers’ Trade Union Centre vertritt die Interessen von mehr als fรผnf Millionen Textilarbeiter*innen in Bangladesch, einem der weltweit wichtigsten Lieferanten von Bekleidung. Sie haben alle an der Branche beteiligten nationalen und internationalen Akteur*innen sowie die Regierung aufgefordert, die Forderungen der Bewegung nach einem monatlichen Mindestlohn von 25.000 BDT (ca. 205 EUR) zu berรผcksichtigen. Dieser Lohn stagniert seit fรผnf Jahren bei nur 8.000 BDT (ca. 65 EUR).

Das GWTUC ruft Arbeiter*innen und Unterdrรผckte weltweit auf, die Bewegung zur Lohnerhรถhung fรผr die Arbeiter*innen in Bangladesch zu unterstรผtzen und sich gegen die unterdrรผckerischen Fabrikbesitzer*innen und ihre Regierung zu vereinen. Bei friedlichen Arbeiter*innendemonstrationen griff die Regierung zu Gewalt. Obwohl Bangladesch der wichtigste Bekleidungslieferant der Welt ist, erhalten die Beschรคftigten in der Bekleidungsindustrie die weltweit niedrigsten Lรถhne. Auslรคndische Kรคufer*innen und multinationale Unternehmen in dieser Lieferkette sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Gleichzeitig fordert das GWTUC die autokratische Regierung von Bangladesch auf, die Menschenrechtsverletzungen, die รœberwachung von Mobiltelefonen und sozialen Medien, die Tรถtung von unbewaffneten Zivilist*innen und die falschen Prozesse gegen Gewerkschaftsfรผhrer*innen zu beenden. Die Welt ist aufgefordert, die Stimme gegen diese Ungerechtigkeiten zu erheben, und das GWTUC vertritt diese Perspektive.

Die derzeitigen Lรถhne machen es den Arbeiter*innen fast unmรถglich, รผber die Runden zu kommen, und alle Beteiligten, einschlieรŸlich lokaler Eigentรผmer*innen, internationaler Einzelhandelsmarken und anderer Profiteur*innen der Lieferkette, sollten einen humanen und verstรคndnisvollen Ansatz wรคhlen, um das Leben der Arbeiter*innen zu schรผtzen, die die Bekleidungsindustrie antreiben. Bangladesch ist der zweitgrรถรŸte Bekleidungslieferant der Welt, und groรŸe Marken wie Adidas, Gap, Calvin Klein, H&M, Giorgio Armani, Ralph Lauren, Hugo Boss, Nike und Tommy Hilfiger lassen dort ihre Produkte herstellen. Trotzdem erhalten die Arbeiter*innen in Bangladesch die niedrigsten Lรถhne im weltweiten Vergleich. Seit fast drei Jahren stellen die Arbeiter*innen Forderungen an die Regierung, und nun setzen sie sich aktiv fรผr eine Erhรถhung ihrer Lรถhne ein. Die jรผngsten Proteste fรผr einen hรถheren Mindestlohn begannen am 23. Oktober, als bekannt wurde, dass der Lohn ab Dezember nur auf 10.400 BDT (ca. 85 EUR) pro Monat steigen wรผrde. Wie in der Vergangenheit fรผhrten die Proteste zu Konfrontationen mit der Polizei und Hooligans, die der Regierungspartei nahestehen.

In drei verschiedenen Industriegebieten geht die Polizei mit Gewalt gegen umfangreiche Arbeiter*innenproteste vor. Sie verhaftet Hunderte von Arbeiter*innen und erhebt falsche Anschuldigungen gegen Tausende von Arbeitnehmer*innen, darunter auch Gewerkschaftsfรผhrer*innen. Bislang wurden mindestens fรผnf Arbeiter*innen durch die Folter der Polizei und der Hooligans der Regierungspartei getรถtet. Einer von ihnen, Rasel Hawladar, wurde am 30. Oktober durch einen Schuss aus nรคchster Nรคhe getรถtet. Ein Arbeiter namens Imran kam am selben Tag bei einem Brand ums Leben. Die Proteste haben sich inzwischen auf verschiedene Industriegebiete ausgeweitet, und Gewalt und Unterdrรผckung gehen weiter. Die Arbeiter*innen sind in den Streik getreten und haben die Arbeit in den Fabriken niedergelegt. Da sie nicht in der Lage sind, sie zur Rรผckkehr an ihren Arbeitsplatz zu zwingen, suchen die Fabrikbesitzer*innen nun das Gesprรคch mit den Arbeitnehmervertreter*innen, darunter auch mit den Vertreter*innen der GWTU. Wรคhrenddessen hat die Regierung am 8. November eine hรถhere Anhebung des Mindestlohns auf 12.500 BDT (ca. 100 EUR) fรผr die Arbeiter*innen vorgeschlagen. Die Beschรคftigten lehnten den Vorschlag ab und kรผndigten an, die Bewegung fortzusetzen. Die Arbeiter*innen weigern sich, mit dem vorgeschlagenen Mindestlohn an die Arbeit zurรผckzukehren. Als Reaktion darauf drohen die Regierungspartei und die Fabrikbesitzer*innen gemeinsam den รถrtlichen Gewerkschaftsfรผhrer*innen und deuten an, dass sie verhaftet und inhaftiert werden kรถnnten, falls der Streik fortgesetzt wird. Am 8. November schoss die Polizei erneut auf eine Arbeiter*innenkundgebung und tรถtete eine weitere Arbeiterin, Anjuara Khatun.

Einerseits befindet sich die Regierung in Gesprรคchen mit dem GWTUC. Andererseits werden verschiedene falsche Anschuldigungen gegen die Fรผhrungsspitze des GWTUC, einschlieรŸlich des Vizeprรคsidenten Joly Talukdar, des Generalsekretรคrs Sadekur Rahman Shamim und des stellvertretenden Generalsekretรคrs Monzur Moin, schnell verfolgt. Aufgrund der vรถlligen Abhรคngigkeit der Justiz von der Regierung im gegenwรคrtigen Regierungssystem des Landes ruft das GWTUC die globale Gemeinschaft auf, sich gegen die ungerechte Inhaftierung fรผhrender Gewerkschaftsvertreter*innen fรผr einen weiteren lรคngeren Zeitraum zu stellen. Darรผber hinaus fordert das GWTUC die Arbeiter*innenklasse Frankreichs auf, ihre Stimme zu erheben und gegen das Vorgehen der franzรถsischen Regierung zu protestieren, die der autokratischen Regierung Bangladeschs zu aggressiver รœberwachungstechnologie verhilft, die auf barbarische Weise gegen Menschenrechtsaktivist*innen, Gewerkschafter*innen und die demokratische Bewegung eingesetzt wird. Das GWTUC ruft Menschen auf der ganzen Welt dazu auf, sich diesem Kampf anzuschlieรŸen.

Die Textilarbeiter*innen in Bangladesch fordern einen monatlichen Mindestlohn von 25.000 bangladeschischen Taka (ca. 205 EUR) und kรคmpfen gegen die Fabrikbesitzer*innen. Trotz verschiedener Grausamkeiten geht die Bewegung weiter. Wir rufen alle unsere verbรผndeten Gewerkschaften auf, sich mit der laufenden Bewegung der Arbeiter*innen in Bangladesch zu solidarisieren.

Lohnabhรคngige der Welt, vereinigt euch!
Es lebe der Internationalismus und die Solidaritรคt!

Danke!

Maria Ferdawsi
Sekretรคrin fรผr internationale Angelegenheiten
Garment Workersโ€˜ Trade Union Centre (GWTUC), Bangladesch


Flyer als pdf (A5, doppelseitig) herunterladen.

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