Aufruf

Jede/s Syndikat/ Gruppe/ Gewerkschaft organisiert seine/ihre eigenen Aktivitรคten mit eigenen inhaltlichen Schwerpunkten autonom. Der folgende Aufruf ist Teil eines gemeinsamen Rahmens, der dabei hilft, diese Aktivitรคten sichtbar miteinander in Verbindung zu setzen und die Kommunikation auf globaler Ebene zu befรถrdern.
Setzt euch gerne auf den Verteiler Global May Day 2019 [subscribe] und/oder nutzt diesen, um mit anderen Gruppen weltweit in Kontakt zu treten (z.B. fรผr die Koordination einer Solidarity Partnership). Auch bei Bekanntgabe der Unterstรผtzung des Aufrufs kann der Verteiler gerne genutzt werden.

Den folgenden Aufruf gibt’s auch als Download (.pdf).


Global May Day 2019
– 1. Mai 2019 –

Jedes Jahr finden zum 1. Mai weltweit zahlreiche Proteste und Streiks statt, um den Tag der Arbeiter*innenbewegung zu wรผrdigen. Mit diesem Aufruf, der von einigen Syndikaten der Basisgewerkschaften FAU (Freie Arbeiter*innen-Union) und IWW (Industrial Workers of the World) initiiert wurde, wollen wir Basisgruppen, Gewerkschaften und Initiativen weltweit dazu animieren, ihre 1. Mai Aktionen miteinander zu verbinden, um dem Kampf dadurch sichtbar eine transnationale Dimension zu verleihen.

Wir, Lohnabhรคngige und Studierende, werden gemeinsam solidarisch zusammenstehen, da wir unabhรคngig von unserem Wohnort in demselben Kampf gegen gewinnorientierte Interessen eingebunden sind. Kรผrzungen sozialer Dienstleistungen in รถffentlichen Haushalten, Outsourcing, das Drรผcken von Lรถhnen, Privatisierungen, ansteigende Lebenshaltungskosten sowie Studiengebรผhren sind nur einige Symptome, die im direkten Zusammenhang mit dem globalen Wirtschaftssystem stehen. Ein System welches auf Ausbeutung und Wettbewerb basiert und die Kommerzialisierung aller Lebensbereiche vorantreibt.

Der stetig zunehmende Leistungsdruck macht uns krank, sei es am Arbeitsplatz, in der (Hoch-)Schule und leider auch im wachsenden MaรŸe wรคhrend der Kindheit und Jugend. Die Mechanismen der Marktwirtschaft und die damit einhergehenden nationalstaatlichen Strukturen fรผhren dazu, dass die Anpassung an das Diktat der Wettbewerbsfรคhigkeit sowie die Mehrwertproduktion priorisiert, anstatt dass emanzipatorische Fรคhigkeiten gefรถrdert werden.

Wir wollen dieses System nicht nur stรถren, sondern streben an, es zu รผberwinden.

Durch den transnationalen Charakter des kapitalistischen Systems, ist es fรผr Lohnabhรคngige notwendig sich ebenfalls auf globaler Ebene zu vernetzen. Durch diese Vernetzung kรถnnen globale Zusammenhรคnge, die lokale Bedingungen maรŸgeblich prรคgen, sichtbar gemacht werden. AuรŸerdem erรถffnet es Mรถglichkeiten und erschlieรŸt Potentiale im Kampf gegen Ausbeutung und prekรคre Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Verhandlungsmacht von Arbeiter*innen wรผrde sich enorm erhรถhen, wenn wir uns innerhalb von Wertschรถpfungsketten zusammenschlieรŸen wรผrden. Stellen wir uns vor, welchen Unterschied es gemacht hรคtte, wenn die streikenden Minenarbeiter in Marikana (Sรผdafrika) mit den Arbeiter*innen in den Chemiewerken von BASF in Deutschland vernetzt gewesen wรคren und gemeinsam gekรคmpft hรคtten, besonders vor dem Hintergrund, dass BASF eine Hauptabnehmerin der gefรถrderten Rohstoffe ist. Solche Verbindungen hรคtten die Ereignisse wesentlich beeinflussen, vielleicht das Massaker im Jahr 2012 sogar verhindern kรถnnen.
Ein weiteres Beispiel sind Proteste von Nรคher*Innen in Sri Lanka am 27.11.2018 (sie produzieren fรผr H&M), welche fรผr Lรถhne, die zum Leben reichen kรคmpfen. Am Selben Tag fanden Soli-Aktionen vor H&M-Filialen in Europa und den USA statt. Dies verdeutlicht, dass Druck durch eine Vernetzung der Akteur*innen innerhalb der Wertschรถpfungskette, von den Produzent*Innen, รผber die Mitarbeiter*Innen in den Geschรคften bis hin zu den Konsument*Innen, erzeugt werden kann.
ร„hnliches gilt fรผr Arbeitsniederlegungen bei Amazon: Hier streikte Ver.di z.B. 2016 in Deutschland in den Logistikzentren, da Amazon-Zentren in Polen als Ausweichzentren genutzt wurden, organisierte die IP Solidaritรคtsaktionen. Mittlerweile entstehen Amazon Aktionsgruppen auf der ganzen Welt, welche sich zunehmend untereinander vernetzen.
Zu guter Letzt mรถchten wir auf die Lohnabhรคngigen im  IT-Sektor verweisen, welche sich gegen prekรคre Arbeitsbedingungen zur Wehr setzen und รผber nationalstaatliche Grenzen hinweg organisieren. Als Beispiel weisen wir an dieser Stelle auf die Initiative Game Workers Unite! sowie die im letzten November von Arbeiter*innen bei Google organisierte Streikaktion hin. An dieser beteiligten sich zehntausende Betroffene in 50 Stรคdten weltweit.

Mit einem transnational koordinierten 1. Mai 2019 streben wir nach der Verwirklichung eines besseren Lebens durch eine stรคrkere weltweite Vernetzung und Solidaritรคt. Besonders in Zeiten von wachsenden national(istisch)en und rassistischen Tendenzen, ist es uns ein Anliegen den gemeinsamen Kampf fรผr dieses Ziel zu unterstreichen anstatt sich gegeneinander ausspielen zu lassen.

Fรผr ein besseres Leben fรผr alle รผber sรคmtliche Grenzen hinweg!

#1world1struggle

1w1s

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Um die รœbersetzung des Aufrufs zu koordinieren, wurde dieses Pad eingerichtet.

Erstunterzeichnende des Aufrufs:
Bangladesh Anarcho-Syndicalist Federation | Freie Arbeiter*innen Union (FAU) Hamburg | Inter-Factory Workers’ Federation (FBLP) Jakarta | Forum for IT Employees (FITE) India | Garment Workers’ Trade Union Center (GWTUC) Bangladesh | Industrial Workers of the World (IWW) Gainesville | Industrial Workers of the World (IWW) Hamburg

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